Geschichte des Kaffeeröstens
Zum Geleit von Ulla Heise
Die wichtigsten Kaffeestädte in Deutschland sollen Bremen und Hamburg sein. Vielleicht noch Leipzig als Entstehungsort der Kaffeekantate von Bach. Oder doch vielleicht Emmerich am Rhein? Es war unzweifelhaft der "Beginn einer wundervollen Freundschaft", als im Jahre 1832 die Herren J.H. Lensing und Carl Josef Lambert van Gülpen in Emmerich ihr Drogen- und Colonialwaren-Detailgeschäft gründeten. Anfangs wurde nur mit Rohkaffee gehandelt. Seine Erfahrungen im Rohkaffeegeschäft brachten Alexius van Gülpen, Sohn von C.L. van Gülpen, auf den Gedanken, das bisher nur roh verkaufte Produkt im gerösteten Zustand den Konsumenten anzubieten.
Als die bei Lensing & van Gülpen nach seinen Ideen konzipierten Röstmaschinen gereift waren, gründete er im Jahre 1868 mit seiner Mutter Sophie van Gülpen, J.H. Lensing und Herrn Theodor von Gimborn die "Emmericher Maschinenfabrik und Eisengießerei van Gülpen, Lensing & von Gimborn" – heute PROBAT, um Kaffee-Röstgeräte auf ingenieurtechnisch höchstem Niveau für die Bedürfnisse des anbrechenden Industriezeitalters herzustellen.
Beide Firmen exisitieren im Emmerich bis heute: Die kleine und feine Kaffeerösterei Lensing & van Gülpen ist am 1. Mai 2007 175 Jahre alt geworden und damit die älteste in Deutschland überhaupt. Und aus der Emmericher Maschinenfabrik sind mittlerweile die international agierenden PROBAT-Werke gewordenn, die bis zum Jahre 1993 vom Autor dieses Buches, Carl Hans von Gimborn (1923 – 2003), geleitet wurden.
In Emmerich scheint man es schon immer zu wissen: Die Zubereitung eines guten Kaffees ist eine Kunst. Das Rösten von Kaffee und das Herstellen der Röstapparate allerdings auch. Nach der Lektüre dieser unterhaltsam und kompetent geschriebenen Geschichte dieser Rösttechnik habe ich keinen Zweifel – es ist die größere Kunst.
Ulla Heise
Leipzig, im Juni 2007

